Musik / CD

Parkway Drive: ReverenceDie Kraft des Schmerzes

Es gab eine Zeit, da überflutete der Metalcore die Rock-Szene geradezu. Massenweise erschienen Bands auf der Bildfläche, die meinten, den perfekten Mix aus Melodie und Aggression gefunden zu haben. Viele von ihnen sind mittlerweile untergegangen, einige plätschern weiter vor sich hin, und nur wenige haben sich wirklich freischwimmen können. Parkway Drive gehören zu Letzteren. 2003 wurde die australische Band aus Byron Bay gegründet, seit dem Album "Atlas" (2012) strebt sie zu neuen Ufern. Mit "Reverence" überwinden sie nun endgültig die Grenzen ihres Genres.

Das Album sei durch "Schmerz, Opfer und Überzeugung" entstanden, erklärt Frontmann Winston McCall. Der Opener "Wishing Wells" fällt entsprechend brutal in die Türe. McCall rechnet mit Gott und Teufel gleichzeitig ab, die Hau-Drauf-Party scheint ihren Lauf zu nehmen. Aber wie so oft gilt: Richtig gefährlich wird es nicht, wenn ohne Unterlass Geschrei zu vernehmen ist - sondern erst dann, wenn es leise wird.

"Stille" heißt in diesem Fall: Die E-Gitarren halten sich zurück, Elektronik und Streicher werden an den Tisch geladen, und so hat man tatsächlich auch mal die Chance, die Worte aus dem Munde von McCall zu verstehen. Anstatt sich wie in den frühen Tagen auf das Malträtieren seiner Stimmbänder zu konzentrieren, nutzt der 35-jährige zusätzlich auch Rap ("Shadow Boxing"), Geflüster ("Cemetery Bloom") und klaren Gesang, um seine Wut und Verzweiflung kundzutun. Immer wieder geht es um Verlust, um Ungerechtigkeit, um Machtlosigkeit. In persönlichen, aber auch in gesellschaftlichen Belangen, wie die hämmernden Ansagen in Richtung Politik ("Absolute Power") und Kirche ("I Hope You Rot") eindrücklich zeigen.

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Musikalisch steht das Fenster, nachdem "Ire" (2015) dahingehend schon eine Art "Vorhutalbum" war, relativ weit offen. Heavy ist die Musik auf "Reverence", so viel steht fest. Beklemmend, wütend und beizeiten resignierend. Dass solche Gefühle in durchaus bolzende, gleichzeitig aber auch sehr dynamische und abwechslungsreiche Stücke gepackt wurden, macht den besonderen Reiz des neuen Albums aus.

So hat "Chronos" ordentlich Pathos in den Backen, und die Single "Prey" animiert im Refrain beinahe schon zum freudigen Mitsingen. Der letzte Song, "The Colour Of Leaving", endet schließlich ganz minimalistisch mit der Stimme von McCall und summiert durch seine Worte den Schmerz des gesamten Albums auf. So sind es auch die letzten Zeilen, welche den Titel erklären: "So we live like we have lost. And we love like we are broken. And as the colour leaves the sky, we're left in reverence. Of the frailty of it all."

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelReverence
Bandname/InterpretParkway Drive
GenreMetalcore
Erhältlich ab04.05.2018
LabelEpitaph Europe
VertriebIndigo
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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