Musik / CD

Judas Priest: FirepowerHeiße Eisen rosten nicht

Die letzte Neuigkeit aus dem Hause Judas Priest war von trauriger Natur: Gitarrist Glenn Tipton, inzwischen 70 Jahre alt, kann aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung vorerst nicht mehr am Tourleben teilnehmen. Vielleicht spüren altgediente Heavy-Metal-Fans dadurch auch wieder ein bisschen mehr, wie der Zahn der Zeit am eigenen Panzer nagt. Judas Priest lassen trozdem nicht nach, kein Stück. Die Titanen des Genres entsenden mit dem neuen Album "Firepower" einen mächtigen Donnerschlag aus ihrer schwermetallischen Höhle.

Ähnlich wie Deep Purple oder Black Sabbath gehören Judas Priest zu den Dinos der harten Rockmusik, deren Existenz mittlerweile nicht mehr in Jahren, sondern in Dekaden gezählt wird. Sie zogen bereits durch die Lande, als ein Großteil ihrer heutigen Fanschar noch nicht einmal geboren war, und schrieben maßgeblich in der Bibel des Heavy Metal mit: Insbesondere zwischen "Sin After Sin" (1977) und "Painkiller" (1990) bedienten die Hohepriester harter Rockmusik keine Klischees, sondern erfanden sie. Danach wurde es etwas ruhiger um Judas Priest, doch seit einiger Zeit steigt das Interesse wieder, was - auch das verbindet sie mit ihren Kollegen - sicher auch an dem Bewusstsein liegt, dass jede Platte und jede Tour die potenziell letzte sein könnte. Wäre dies mit "Firepower" der Fall, es wäre ein standesgemäßer Abschied.

Das insgesamt 18. Studioalbum macht so ziemlich alles richtig. Es stöbert freimütig in der reichhaltigen Geschichte der Band aus Birmingham und bewahrt sich dabei doch immer die Zeitlosigkeit, mit welcher der klassische Heavy Metal gesegnet ist. Es ist das rundeste Werk seit der Wiedervereinigung Anfang des Jahrtausends. Mit allem ausgestattet, was sich die metallene Seele wünscht: Da sind treibende Kracher am Rande zum Thrash, wie etwa das fulminante Titelstück. Man hört epische Großtaten wie den Song "Rising From Ruins", dem mit "Guardians" ein eher ungewöhnliches, kurzes Instrumental vorangestellt wurde. Vorsichtige Ausbrecher ("Lone Wolf") sind ebenso dabei wie durchtrainierte 80er-Jahre-Muskelspiele ("No Surrender"), und selbst die eher kurze Balladenliste von Judas Priest bekommt mit "Sea Of Red" kraftvollen Zuwachs.

mehr Bilder

Gitarrensoli sind integraler Bestandteil, nicht nur schmückendes Beiwerk; Rob Halfords Stimme lässt die 66 Jahre, welche der Mann auf dem Buckel hat, kaum erahnen. Auch hinter den Reglern wurde viel für die besondere Qualität dieses Albums getan: Mit Tom Allom wurde der Mann zurückgeholt, welcher einst Bandklassiker wie "British Steel" (1980) und "Screaming For Vengeance" (1982) verantwortete. Ihm zur Seite stand außerdem Andy Sneap (Accept, Megadeth) - seinen Namen sollten vor allem Fans sich merken: Wurde der Musiker und Produzent doch auserwählt, auf der kommenden Tournee Glenn Tipton als Gitarrist zu vertreten.

Judas Priest auf Tour:

19.06. Freiburg, SICK-Arena (mit Megadeth)

20.06. Mannheim, Zeltfestival (mit Megadeth)

31.07. München, Zenith

08.08. Dortmund, Westfalenhalle

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelFirepower
Bandname/InterpretJudas Priest
GenreHeavy Metal
Erhältlich ab09.03.2018
LabelColumbia / Sony Music
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


Versenden Drucken

Weitere Artikel



Max Giesinger - Legenden

CD-Archiv

CD-Archiv

Suche in der Radio Euskirchen - CD-Datenbank nach Interpreten und/oder CD-Titeln.

Ticketshop

Sicher Dir im Radio Euskirchen Ticketshop die Tickets Deiner Wunschveranstaltung!

Anzeige
Zur Startseite